Ein Andenken an die vertriebenen Schleitheimer Täuferfamilien und für Michael Sattler.
Viele Schleitheimer und Begginger sowie andere Schaffhauser wurden innerhalb von ca. 150 Jahren nur wegen ihrer Gesinnung von Schaffhauser Gerichten verurteilt. Viele Bürger wurden von der Obrigkeit gebüsst, eingekerkert, enteignet und schliesslich vertrieben.
Christian Wanner hat dafür «Harders Chronik» und Ratsprotokolle ausgewertet:
Zahlreiche Familien aus dem Schleitheimertal wurden wegen "Täuferei" ausgewiesen
(Bild: Uli Stamm)
Ein Denkmal in Schleitheim soll aktuelle Wertvorstellungen ausdrücken und propagieren: Frieden, Menschenrechte, Minderheitenschutz und grundsätzliche Anerkennung eines pluralistischen Zusammenlebens.
Dieses Konzept beschreibt ein künftiges Denkmal im ländlichen Schleitheim. Denn vor bald 500 Jahren wurden hier die 7 Schleitheimer Artikel aufgesetzt, die manchen Täufergemeinschaften heute noch als Grundlage dienen.
Während rund hundertfünfzig Jahren wurden aber auch Schleitheimer und viele andere Schaffhauser Familien verfolgt und vertrieben - nur, weil sie eine andere Gesinnung zeigten.
Besuchende aus aller Welt fragen manchmal nach einem Täufer-Denkmal im Dorf.
Diese Aspekte brachten den Verein für Heimatkunde Schleitheim dazu, über ein Denkmal nachzudenken.
Digitale Illustration / Prinzipbild
Ein öffentliches, auffälliges Objekt an einem zentralen Ort am Täuferweg im regionalen Naturpark Schaffhausen soll an die geheime Versammlung in Schleitheim erinnern, wo vor 500 Jahren die 7 Schleitheimer Artikel verfasst worden sind.
Einheimische und Besuchende sollen über die Wirren der Reformation nachdenken, denn hier wurden einheimische Familien rein wegen ihrer Gesinnung verfolgt und vertrieben: Noch heute bekannte Namen wie Stamm, Bächtold, Wanner, Vogelsanger, Meier, Meyer, Peyer, Peter, Hess, Müller, Pletscher, Russenberger, Wanner und weitere sind im Zusammenhang mit «Täuferei» aktenkundig.
Das Andenken an Michael Sattler soll gewahrt werden, der als Verfasser des Schleitheimer Bekenntnisses vermutet wird.
Das Denkmal soll auch als Mahnmal wirken und aktuelle mitteleuropäische Wertvorstellungen ausdrücken und propagieren wie Frieden, Menschenrechte, Minderheitenschutz und grundsätzliche Anerkennung eines pluralistischen Zusammenlebens.
Schleitheim soll als geschichtsträchtiger Ort für jedermann sichtbar und begreifbar werden und so auch identitätsstiftend für die Bewohner wirken.
Das Objekt soll den Besucher durch seine einfache Sprache ansprechen, damit eine intuitive Verbindung entstehen kann.
Schleitheim soll, dank besonderem Objekt und Fotosujet, in Medien und im Internet stark an Präsenz gewinnen (Beiträge in grossen Medien, Instagram, Twitter, Facebook, Trip Advisor).

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Das Denkmal kann einen Mehrwert schaffen für folgende Gruppen:
Schleitheimer Bevölkerung (zahlreiche Schleitheimer Täufernamen)
Besuchende Naturpark
Täuferinnen und Täufer aus aller Welt
Randen-Wanderer
Internet-Publikum

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Die Schleitheimer Himmelsleiter soll den ungewissen, beschwerlichen und gefährlichen Weg der Schleitheimer Täuferfamilien symbolisieren.
Der Autor der Schleitheimer Artikel, Michael Sattler, lebensgross und gegenständlich in Bronze, balanciert auf einer skulpturalen, stilisierten Himmelsleiter, umringt von einer Besuchergruppe. Michael Sattler balanciert eigentlich «verkehrt», schaut von der Leiter weg; sein Weg ist ein anderer Weg, schwieriger, radikaler, gefährlicher. Die Hand reicht er dem Himmel entgegen in der Hoffnung, dass der Herr helfe, wohl seine schwarze Zukunft erahnend? Michael Sattler hat sich mit seinem brisanten Text verletzlich gemacht, das weiss er ganz genau. Michael Sattler blickt dem Stauffenberg zu. Vielleicht ein Psalm in Gedanken? Vielleicht Psalm 121 aus der Bergpredigt: "Ich erhebe meine Augen zu den Bergen, von denen mir Hilfe kommt"?
Michael Sattler balanciert auf einer Sprosse noch weit unten, fast auf dem Boden, nahe den Menschen, die ihn begleiten. In den Augen der Feinde aber steht Sattler ganz weit oben, gefährlich geworden, gefährdet ihre Macht: Was, wenn das ganze Volk sich abwendet von den weltlichen Herrschern? Keine Treueschwüre mehr? Keine Landsknechte mehr? Keine Steuern mehr? Keine Macht mehr?
Es geht aber nicht um Michael Sattler allein. Sondern mit ihm noch um viele andere Menschen, die wegen ihrer besonderen Einstellung verfolgt wurden und immer noch werden. So wurden auch viele Schleitheimer gebüsst, eingesperrt, enteignet, vertrieben. Die Namen aller aus Gerichtsakten bekannten Schleitheimer Täufer sind auf die Sprossen der Himmelsleiter geschrieben, was die Leiter mit der heutigen und künftigen Dorfbevölkerung verbindet: "Ist mein Name auch zu finden?" Die unterste Sprosse lädt zum Erklimmen ein, und ermöglichen es, mit dem Objekt auch körperlich in Kontakt zu treten.
Das Darstellen einer Bevölkerungsgruppe, mit Michael Sattler in ihrer Mitte ist die Idee. Jeder Besuchende wird so zum individuellen Bestandteil des Mahnmahles. Als Besucherin und als Besucher wird man so Teil der «Schleitheimer Himmelsleiter», Teil seiner Silhouette. Die sich dauernd verändernde Menschengruppe können die Besuchenden per Foto festhalten. Geschichte zum Berühren, zum Mitmachen, zum Mitnehmen.
Per QR-Code können auch interaktive Inhalte zum Schleitheimer Bekenntnis, den Schleitheimer Täufern und zu Michael Sattler abgerufen werden: Ein Denkmalführer in elektronischer Form mit Guide, Film, Texten, Bilder, die auch das Erkennen der Zusammenhänge ermöglichen. Dabei sollen, neben der idealisierenden Absicht, auch problematische Facetten beleuchtet werden. Damit wird das Erinnerungsobjekt kontextualisiert und so zum modernen 24h-Mini-Museum gemacht.
Die vertriebenen Schleitheimer und Michael Sattler sollen uns künftig ermahnen, dankbar für die heutigen Werte zu sein: Frieden, Menschenrechte, Minderheitenschutz, Glaubensfreiheit und grundsätzliche Anerkennung eines pluralistischen Zusammenlebens.

Eine der ersten Skizzen der
Schleitheimer Himmelsleiter
mit einer Gästegruppe
Die Leiter soll Sinnbild sein für den überaus gefährlichen, beschwerlichen Leidensweg, der den damaligen Täufern, darunter vielen Schleitheimer Familien, durch die Schaffhauser Obrigkeit aufgezwungen worden ist.
Eine Himmelsleiter aus Holz wurde in Schleitheim, zwischen Kirche und Museum, bei Grabungen im Boden gefunden und ist im Museum Schleitheimertal ausgestellt (entdecken Sie diese Leiter!).
"E Zaane voll Saapfe d’ Laatere ab schlaapfe" - überregional bekannter Spruch, der den Schleitheimer Dialekt auf witzige Art präsentiert.
Die Leiter erlaubt sicheren Aufstieg oder Abstieg.
Sicheren Stand? Fundament?
Ist jemand da, der die Leiter hält?
Oder umstösst, etwa gar ins Feuer?
Halsbrecherische Balance!
Halten die Sprossen?
Aus welchem Holz sind sie geschnitzt?
Leiter – Mut, Balance.
Ein Hauch von Anarchie, «die Erde verlassen».
Leiter in die Freiheit? Oder ins Feuer?
Himmelsleiter.
Brücke, Martyrium, Frieden schliessen unter den Menschen.
Gewaltlos, Akrobat, Flucht, Künstler, Schreibkünstler?
Leiter als Sinnbild
Leiter = Weg = weg?

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"Der Ort ist so wichtig wie das Denkmal selbst."
Zwischen dem alten Schulhaus und dem Pfarrhaus konnte ein Ort gefunden werden, der die Anforderungen gut erfüllt.
Die Himmelsleiter soll zentral im Dorf den Täuferstein auf dem Randen ergänzen. Besuchende sollen direkt beim Museum einen Gedenkort vorfinden.

Der vorgeschlagene Standort der Schleitheimer Himmelsleiter ist rot eingezeichnet (Prinzipskizze)
2021
- Skizzen/Idee an den Vorstand Verein für Heimatkunde
- Künstlerische Beratung durch Künstler und Bildhauer Hans Russenberger
- Herstellung Modell der Leiter
- Herstellung Modell der Figur in Wachs
2022
- Absprache mit Gemeindepräsident, als Ergebnis Ziele formuliert.
- Konzeptentwurf
- Information Gemeinderat (Konzeptentwurf)
- Künstlerische Beratung durch Hans Russenberger und Zusage zur Mitarbeit
- Konzept an Vorstandsmitglieder zur Diskussion / Ergänzung / Korrektur (Zustimmung)
- Bronzeguss der Figur des Modells
- Gebrüder Bründler erstellen Kostenvoranschlag für Bronzeguss in Lebensgrösse
- Vorstand Verein für Heimatkunde: Weitermachen

Kleines Modell der Schleitheimer Himmelsleiter
mit Figur aus Binenwachs
2023
- Beurteilung durch Urs Leu, Zürich
- Begehung durch Gemeindepräsident
- GV Verein für Heimatkunde, Präsentation Leitermodell, Zustimmung
2024
- GV Verein für Heimatkunde, Präsentation Zwischenstand, Zustimmung
- Runder Tisch mit Politik und Vereinen, Präsentation, anderer Standort wird gesucht
- Vorstand Verein für Heimatkunde: Weitermachen
2025
- GV Verein für Heimatkunde, Präsentation Zwischenstand
- Übernahme des Projektes durch Künstler Beat Künzler, Merishausen
- Vorstand Verein für Heimatkunde, Entscheide
- Restliche Offerten eingeholt (Fundament, Modellierung, Guss)
- Budget für Denkmal erstellt
2026
- Präsentation vor Gemeinderat

Digitale Illustration / Prinzipbild einer möglichen Figur des Michael Sattler auf der Himmelsleiter
Das Denkmal soll zum grössten Teil über Sponsoren finanziert werden.

Digitale Illustration / Prinzipbild
Pletscher Metallbau, Beringen
Beat Künzler, Merishausen, Künstler
Als Sponsor erhalten Sie nachhaltige Aufmerksamkeit direkt bei der Himmelsleiter und im Internet. Weiter profitieren Sie von einem Vernetzungsanlass mit allen Sponsoren und anderen Vorteilen. Die Details finden Sie im Bereich "Sponsoring".
Sie können Sich über das Kontaktformular melden, wir werden Sie anschliessend telefonisch kontaktieren und über die Möglichkeiten informieren.
Die Details finden Sie im Bereich "Sponsoring".